Ab dem 23. Juni in der Schweiz auf DVD erhältlich!

Jann Kessler erforscht mit seinem hervorragenden Dokumentarfilm die Möglichkeiten des filmischen Genres, die Randzonen der menschlichen Existenz und die Brücken und Grenzen der Einfühlung.

                                                       - Dieter Fahrer

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Die Kunst, einen Film zu schaffen, welcher schonungslos aufzeigt, mit welchen Herausforderungen und Einschränkungen MS-Betroffene tagtäglich zu kämpfen haben, ohne die Protagonisten zur Schau zu stellen, ist Jann Kessler in eindrücklicher Weise gelungen.

          - Schweiz. MS-Gesellschaft

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Eine eindrückliche Anatomie einer Krankheit.

  - Solothurner Filmtage

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Seit vielen Jahren leidet Janns Mutter an Multipler Sklerose. Als sie nicht mehr in der Lage ist zu sprechen, setzt er sich vermehrt mit der Krankheit auseinander. In der Hoffnung mehr zu erfahren, macht sich der 18-jährige auf die Suche: Aufwändige Recherchearbeiten und das persönliche Kennenlernen von 15 Menschen mit MS gingen der Entscheidung voraus, einen Film über einige der Schicksale zu drehen. Schlussendlich erzählen sieben Personen auf sehr eindrückliche und offene Weise, wie sie mit der MS, aber auch mit sich und ihrem Leben umgehen. Trotz den manchmal massiven Einschränkungen können Luana, Bernadette, Rainer, Melanie, Oliver und Graziella ihr Leben zeitweise genießen und es sehr intensiv erleben. Aber dies ist nicht einfach, was die gezeigte Auseinandersetzung mit Suizidgedanken und der eigenen Endlichkeit verdeutlicht.

 

Im Film verarbeitet der Filmemacher zudem die Erfahrungen mit seiner  Mutter. Er versucht zu verstehen, wieso sie den Weg des Verdrängens der  Krankheit gegangen ist und probiert, ihre Entscheidungen im Nachhinein zu  akzeptieren. Während den Dreharbeiten beginnt Jann Kessler, Mama häufiger im Pflegeheim zu besuchen und ihr Geschichten vorzulesen. Immer häufiger filmt er bei diesen Besuchen auch, obwohl Mama den  Aufnahmen nicht mehr willentlich zustimmen kann. Dadurch gibt er den  Betrachtern die Möglichkeit, einen tiefen Einblick in seinen eigenen  Verarbeitungsprozess zu erhalten.

Entstanden ist ein vielschichtiger Film, voller spürbarem Vertrauen, der vor den schwierigen Fragen ebenso wenig zurückweicht wie vor den schönen Momenten des Lebens.

Beeindruckend.

- St. Galler Tagblatt

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Erstaunlich reif, mit grosser
Empathie und Sensibilität.

                         - NZZ

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 Tiefgründig, aufklärend, berührend:

 Dieser Film geht unter die Haut.

                     - MS-Magazin Forte

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Multiple Sklerose (MS) verändert das Leben eines Betroffenen und seiner Familie radikal. Die entzündliche Erkrankung des Nervensystems kann schwere Beeinträchtigungen hervorrufen. Über 10'000 Menschen sind in der Schweiz von dieser unheilbaren Krankheit betroffen, jeden Tag erhält eine Person die Diagnose MS.

 

Was ist MS?

Die Multiple Sklerose ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), die meist im frühen Erwachsenenalter auftritt. Die genaue Ursache von MS ist trotz intensiver Forschung nach wie vor nicht bekannt.

 

Wie zeigt sich die MS?

Bei vielen Betroffenen zeigen sich die ersten Symptome im Alter von 20 - 40  Jahren. Es können vielfache Symptome und Behinderungen einzeln oder in  Kombination auftreten. Die Störungen betreffen verschiedene  Körperfunktionen wie zum Beispiel Seh- und Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen an Beinen, Armen und Händen, Schmerzen sowie Blasen- und Darmstörungen. Viele MS-Betroffene leiden zusätzlich unter grosser Müdigkeit, Sensibilitätsstörungen und Konzentrations-schwächen. Jeder MS-Betroffene erlebt andere Einschränkungen, weshalb sie auch die Krankheit der 1'000 Gesichter genannt wird.

 

Wie entwickelt sich die MS?

Bis heute ist Multiple Sklerose nicht heilbar. Die heute existierenden Therapieangebote und Medikamente können den Verlauf der Krankheit nur mildern, bei einigen MS-Betroffenen wirken sie gar nicht. Trotzdem gibt es auch MS-Betroffene, die sogar Jahre nach der Diagnose nur mit leichten Einschränkungen zu kämpfen haben. Was bleibt ist die Unsicherheit, denn wie sich der Zustand eines MS-Betroffenen entwickelt, kann nicht vorausgesehen werden.

Anlaufstelle

Diese Übersicht beschränkt sich auf die wichtigsten Informationen. Für genauere Angaben zur MS lohnt sich ein Besuch auf der Website der Schweiz. MS-Gesellschaft:

 

 

 

 

Bei direkten Fragen zur MS bietet die Infoline der Schweiz. MS-Gesellschaft die Gelegenheit, sich persönlich, kompetent und kostenlos von Fachpersonen zu unterstützen:

 

0844 674 636

(Montag - Freitag, 9 - 13 Uhr)

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Bild: Ausverkauftes Canva bei der Premiere an den Solothurner Filmtagen

© Schweiz. MS-Ges. / Ethan Oelman

Jetzt in den Schweizer Kinos!

DVD  / VoD

Spezialvorstellungen

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Ab dem 23. Juni ist "Multiple Schicksale" mitsamt umfangreichem Bonus-Material und Booklet in einer hochwertigen Doppel-DVD erhältlich!

 

Jetzt direkt vorbestellen bei CeDe.ch

 

Im Bonus-Material enthalten:

- Wie geht‘s den Porträtierten heute?

   (Filmportrait)

- Luanas Besuch bei «Aeschbacher»

- Jann Besuch bei «Aeschbacher»

- Jann zu Gast bei Susanne Brunner im «Tagesgespräch» (SRF1)

- Fernsehbeitrag «Turné» (TSI1)

- Fernsehbeitrag «mise au point» (RTS1

- Musikvideo zum Titelsong "Muet und Sterki"

- Was ist MS?

- Forschungsstand

- Interview Regisseur

- Von der Matura-Arbeit zum Kinofilm

- Fotogalerie

- Anmerkung des Regisseurs: Was bleibt?

Mit  "Multiple Schicksale" wird die abstrakte Krankheit MS durch persönliche Schicksale verständlicher gemacht, weshalb sich dieser Film ideal zu Schulungs- oder Weiterbildungszwecken eignet.

In Kombination mit einem einleitenden Vortrag des Regisseurs und einer anschliessenden Diskussion mit beteiligten Protagonisten kann ein mehrstündiges Programm gefüllt werden, dass zum Nachdenken anregt und nachhaltig Spuren hinterlassen wird.

Wie funktioniert das? Ganz einfach: Sie melden bei uns Ihre Vorstellung an und entscheiden, ob der Anlass in einem Kino oder per normalem Beamer durchgeführt werden soll. Wir organisieren die Details mit dem Kino oder schicken Ihnen eine Leih-DVD oder BluRay mit der aktuellen Version des Filmes sowie weiteren Werbematerial wie Plakaten und Flyer.

Einen Überblick über die geltenden Konditionen gibt dieses PDF mit allen wichtigen Infos.

Sie haben Interesse, eine solch unvergessliche Veranstaltung zu organisieren? Dann melden Sie sich doch bitte unverbindlich bei uns:

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Hintergrund

Jann Kessler wurde 1995 in Frauenfeld (CH) geboren und wuchs in Felben auf. Bereits mit 10 Jahren hat er damit begonnen, mit Freunden Kurzfilme zu drehen. Durch den Wechsel ans Gymnasium Frauenfeld lernte er Simeon Wälti und Jovin Langenegger kennen und gemeinsam gründeten sie 2013 das Künstlerkollektiv Revolta.

Seither sind viele Projekte entstanden. Projekte, die es ermöglichten, nicht mehr zu Hause zu sein, sich nicht mehr mit der schwierigen Situation im Elternhaus beschäftigen zu müssen: Seit Jann  fünf Jahre ist, lebt seine Mutter mit der Diagnose MS. Dies hat das Leben der Familie nachhaltig verändert. Jann Kessler schildert:

»Durch das Filmen fand ich die ideale Möglichkeit, die Probleme und Erfahrungen mit der MS meiner Mutter in Projekten zu ersticken. Das ging lange gut, aber im Vorfeld der Matura-Arbeit merkte ich, dass mich diese Situation immer stärker beschäftigte, mir den Schlaf raubte. Ich musste etwas verändern, um mich weiterentwickeln zu können. So entschloss ich mich  zur Flucht nach vorne - ich wollte als Matura-Arbeit einen Film über Menschen mit MS drehen. Während die MS meiner Mutter unterdessen so weit fortgeschritten war, dass sie nicht mehr sprechen konnte, wollte ich endlich mehr über diese Krankheit erfahren und versuchen zu verstehen, wie sie einen Menschen verändert. Durch das Filmprojekt schuf ich mir die Möglichkeit, MS-Betroffene zu treffen, um mehr darüber die MS zu erfahren.«

 

 

Entwicklung

Ziel war es also, das Filmemachen zu nutzen, um die Erfahrungen mit der MS zu verarbeiten.

Jann entschloss sich, andere Menschen mit MS treffen zu wollen und deren Geschichte zu verfilmen. Es solle kein allgemeiner Film über die Krankheit werden, sondern ausgewählte Schicksale  genauer beleuchten und auf den Menschen eingehen, seine Sorgen und Ängste,

aber auch seine Freuden und die unbeschwerten Momente nebst der Krankheit zeigen. Insgesamt meldeten sich über 40 Personen, die gerne beim Film mitgemacht hätten. Kessler entschied sich dazu, fünfzehn dieser Menschen zu treffen:

»Für mich als Angehöriger einer MS-Betroffenen war es sehr spannend, die ersten Gespräche zu führen. Ich merkte, dass ich sehr schnell Vertrauen gewinnen konnte - doch wusste mein Gegenüber, dass ich durch meine Betroffenheit vieles sehr gut verstehen konnte. Schlussendlich entschied ich mich dazu, sechs Menschen in meinem Film zu begleiten. Aber auch hier nahm ich mir Zeit, ließ die Kamera während den ersten Besuchen zu Hause. Stattdessen half ich den Protagonisten im Haushalt, lernte die Familie kennen, redete und erzählte von meinen Erfahrungen. Das ermöglichte ein tiefes Vertrauen, das Entstehen einer Freundschaft. Dieses Vertrauen, so glaube ich, spürt man durch den gesamten Film.«

Für Jann Kessler war lange ungewiss, ob die eigene Geschichte seiner Mutter einen Platz im Film haben sollte. »Mein gesamtes Umfeld ermunterte mich dazu, aber ich stand dem sehr skeptisch gegenüber.

Auch die Frage, ob es richtig ist, dass ich meine Mutter filme, obwohl sie sich selbst dazu nicht mehr äußern kann, viel mir nicht leicht. Schlussendlich haben wir in der Familie die Entscheidung gefällt - ja, Mama soll Teil des Filmes werden. Aber auch mein eigenes Suchen - meine Reise - denn das ist schlussendlich der rote Faden des Filmes und die Geschichte, die die anderen zusammenhält.

 

 

Realisierung

Irgendwann nahm ich dann die Kamera mit und habe begonnen, sowohl im Alltag, als auch bei Gesprächen zu filmen. Aber aus den Gesprächen wurden keine Interviews, trotz Kamera standen wir im Dialog, denn die Kamera war

häufig fix auf dem Stativ, so blieb ich als Person präsent. Obwohl ich nach wie vor an das Gelingen dieses Projekts glaubte, war es immer noch meine Matura-Arbeit. Ich merkte zunehmend, dass mir diese Schicksale sehr nahe gingen. So entschloss ich mich zu einer Alternative - einem

Projektjournal. Dort notierte ich alle Erfahrungen und Eindrücke, die ich so auch verarbeiten konnte. Glücklicherweise musste ich diese Alternative nie beanspruchen, denn die Drehaufnahmen entwickelten sich sehr gut. Insgesamt besuchte ich die porträtieren Personen mehr als 50 Mal. Auch zu meiner Mutter fand ich immer intensiveren Kontakt. Ich las ihr aus Hermann Hesses 'Siddhartha' vor, eine Geschichte, die schlussendlich Teil des Filmes geworden ist.

Nach intensiven Drehwochen musste irgendwann (knapp drei Wochen vor Abgabetermin) der Entschluss gefällt werden, mit diesen Aufnahmen zufrieden zu sein und diese ins Filmschnittprogramm zu importieren. Vor mir lagen drei sehr intensive Wochen, in welchen ich das Studio nicht mehr verlassen konnte.

Montage

Ich staunte nicht schlecht, als ich realisierte, dass insgesamt 1'275 Auf-nahmen zu insgesamt 104 Stunden Material zusammengekommen sind. Wie soll man nun mit einer solchen Fülle an Material umgehen? Um einen Überblick zu erhalten, notierte ich jede Szene auf Notizzettel, die ich im Fimstudio an der Master-Wand platzieren konnte. So entwickelte sich langsam eine dramaturgische Handlung, ein roter Faden, ein Spannungsbogen. Durch die Unter-stützung der Erfahrenen Dokumentar-filmern Dieter Fahrer und Martin Witz konnte dieses Grundgerüst noch ver-bessert und perfektioniert werden.«

Visionen

Nach der Präsentation der Matura-Arbeit im November 2013 war der Tenor des Publikums eindeutig: Dieser Film soll an die Öffentlichkeit. Jann Kessler suchte sich daraufhin Unterstützung, konnte den Film inhaltlich und dramaturgisch nochmals stark verbessern, dank einigen Geldgebern konnte der Film auch technisch noch professionalisiert werden. Untertitel wurden erstellt, so dass der Film im Januar 2015 an den Solothurner Filmtagen gezeigt werden konnte.

Durch seine ehrliche, authentische Art vermag Multiple Schicksale zu berühren, regt zum Nachdenken an. Hinterfragt den Umgang mit Menschen mit MS, mit Menschen, die eine Einschränkung haben, die nicht dem Leistungsideal der heutigen Gesellschaft entsprechen.

Das abstrakte Krankheitsbild der MS wird durch sieben Schicksale fass- und erlebbar gemacht. Nachvollziehbar. Mit einem grossen Ziel: Verständnis zu schaffen.

Bernadette

Rainer

Graziella

Mama

Luana

Melanie

Oliver

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